Hinweis: Diese
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Für Fehler und Aktualität kann keine Haftung übernommen werden.
Soweit diese Informationen Themen behandeln, die die gesetzliche Beratungsbefugnis
des Lohnsteuerhilfevereines übersteigen, haben diese Themen rein
informatorischen Charakter und können nicht Gegenstand einer
zukünftigen Beratung sein.
Kostenrisiko eines finanzgerichtlichen Verfahrens bei Vertretung
durch den Lohnsteuerhilfeverein
Der
Lohnsteuerhilfeverein erstellt für seine Mitglieder die
Steuererklärungen im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis und
vertritt die Mitgliederinteressen vor den Finanzbehörden. Dies umfasst
auch das Einspruchs- / Rechtsbehelfsverfahren beim Finanzamt. Oft muss jedoch
der weitere Rechtsweg ausgeschöpft werden um berechtigte Ansprüche
durchzusetzen. Im Rahmen einer Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein Hessen
e.V. erfolgt auch eine notwendige Vertretung im Finanzgerichtsverfahren
für Mitglieder kostenlos. D.h. es entstehen keine Kosten durch die
Wahrnehmung der Mitgliederinteressen durch den Verein, einen Steuerberater oder
Rechtsanwalt. Ob und in welchem Umfang ein Verfahren eingeleitet wird,
entscheidet je nach Lage des Einzelfalls der Vereinsvorstand.
Die
anfallenden Gerichtskosten
(Gebühren und Auslagen) sind vom Kläger, also in diesem Fall vom
Mitglied zu tragen. Besteht eine Rechtschutzversicherung,
so sollte hier sofort mit dem Versicherer geklärt werden, ob er für
die Kosten des Verfahrens aufkommt. Gerichtskosten
fallen an, wenn die Klage keinen oder nur teilweisen Erfolg
(Gebührenteilung) hat oder wenn im Rahmen des Klageverfahrens Beweise
nachgelegt werden, die bei der Steuerveranlagung noch nicht vorgebracht wurden.
Die
Gerichtskosten werden nach § 1 des GKG (Gerichtskostengesetz) als
Gebühren und Auslagen definiert. Die Höhe der einzelnen Gebühr
richtet sich nach dem Streitwert der sich im Normalfall aus der Höhe der
strittigen Steuer ergibt. Ein Streitwertkatalog
findet sich auf der Homepage des Finanzgerichts Köln. Die vorläufige
Verfahrensgebühr – die im Rahmen einer Vorschussanforderung erhoben
wird – lässt sich durch Ansatz der Gebühren und des Streitwerts
ermitteln.
Beispiele:
Klageverfahren
vor dem Finanzgericht = 4,0 Gebühren / vorläufige Verfahrensgebühr i.d.R = 220€
Revision
beim Bundesfinanzhof = 5,0 Gebühren / vorläufige
Verfahrensgebühr i.d.R = 275€
Verfahren
wegen vorläufigem Rechtschutz vor dem Finanzgericht = 2,0 Gebühren,
Streitwert 10% der strittigen Steuer / vorläufige
Verfahrensgebühr i.d.R = 110€
Die
Höhe der einzelnen Gebühr ergibt sich aus der Anlage 2 zu § 34
GKG.
|
Streitwert |
1,0 Gebühr |
4,0 Gebühr |
Streitwert |
1,0 Gebühr |
4,0 Gebühr |
Streitwert |
1,0 Gebühr |
4,0 Gebühr |
|
300 € |
25 € |
100 € |
10.000 € |
196 € |
784 € |
140.000 € |
1.056 € |
4.224 € |
|
600 € |
35 € |
140 € |
13.000 € |
219 € |
876 € |
155.000 € |
1.156 € |
4.624 € |
|
900 € |
45 € |
180 € |
16.000 € |
242 € |
968 € |
170.000 € |
1.256 € |
5.024 € |
|
1.200 € |
55 € |
220 € |
19.000 € |
265 € |
1.060 € |
185.000 € |
1.356 € |
5.424 € |
|
1.500 € |
65 € |
260 € |
22.000 € |
288 € |
1.152 € |
200.000 € |
1.456 € |
5.824 € |
|
2.000 € |
73 € |
292 € |
25.000 € |
311 € |
1.244 € |
230.000 € |
1.606 € |
6.424 € |
|
2.500 € |
81 € |
324 € |
30.000 € |
340 € |
1.360 € |
260.000 € |
1.756 € |
7.024 € |
|
3.000 € |
89 € |
356 € |
35.000 € |
369 € |
1.476 € |
290.000 € |
1.906 € |
7.624 € |
|
3.500 € |
97 € |
388 € |
40.000 € |
398 € |
1.592 € |
320.000 € |
2.056 € |
8.224 € |
|
4.000 € |
105 € |
420 € |
45.000 € |
427 € |
1.708 € |
350.000 € |
2.206 € |
8.824 € |
|
4.500 € |
113 € |
452 € |
50.000 € |
456 € |
1.824 € |
380.000 € |
2.356 € |
9.424 € |
|
5.000 € |
121 € |
484 € |
65.000 € |
556 € |
2.224 € |
410.000 € |
2.506 € |
10.024 € |
|
6.000 € |
136 € |
544 € |
80.000 € |
656 € |
2.624 € |
440.000 € |
2.656 € |
10.624 € |
|
7.000 € |
151 € |
604 € |
95.000 € |
756 € |
3.024 € |
470.000 € |
2.806 € |
11.224 € |
|
8.000 € |
166 € |
664 € |
110.000 € |
856 € |
3.424 € |
500.000 € |
2.956 € |
11.824 € |
|
9.000 € |
181 € |
724 € |
125.000 € |
956 € |
3.824 € |
Die Finanzgerichtsgebühren werden
mit Einreichung der Klage fällig und i.d.R. von der Kostenstelle des
Gerichts durch unmittelbare Übersendung einer Kostenrechnung an den
Kläger erhoben.
Es werden die vorläufigen
Verfahrensgebühren gem. den o.g. Ausführungen erhoben. Der
Mindestgebührenwert ist 1.000€. Die vorläufige
Verfahrensgebühr beträgt bei einer Finanzgerichtsklage vor dem
Finanzgericht 220€. Die tatsächlichen Gerichtskosten werden erst
mit Abschluss des Verfahrens festgesetzt. Über weitere Details sprechen
Sie mit Ihrem Berater.
Dieter
P. Gonze, Steuerberater
12.
1.2010
|
Letzte Bearbeitung Januar 2010 |